VATS-Lobektomie

 

Bei immer mehr Menschen wird bei einer Vorsorgeuntersuchung ein kleiner Schatten oder “Rundherd” auf der Lunge festgestellt. Und wenn sie rauchen oder geraucht haben, ist dieser Herd mit großer Wahrscheinlichkeit  Lungenkrebs. Lungenkrebs ist der dritthäufigste Krebs überhaupt und der Krebs an dem die meisten Menschen sterben. Was daran liegt, daß der Lungenkrebs, wenn man ihn spürt, meist bereits so weit fortgeschritten ist, dass eine Heilung nicht mehr möglich ist.  Der durch Zufall entdeckte kleine Herd, den man nicht spürt,  ist dann Glück im Unglück. Im frühen Stadium beim Lungenkrebs kann die Opertion allein Heilung bringen.  Und so ist die Empfehlung bei einem kleinen Lungenrundherd klar: Dieser Herd gehört operiert, wenn keine anderen schweren Erkrankungen dagegen sprechen.

 

Wenn schon Operation, dann so schonend wie möglich. Das sollte selbstverständlich sein. Und kleine Lungenherde werden schon seit vielen Jahren nicht mehr durch eine große (offene) Operation sondern durch eine sogenannte Schlüssellochoperation entfernt. Diese Operationstechnik wird in der Fachsprache nach dem englischen "video-assisted thoracic surgery" als "VATS" bezeichnet. Für die VATS-Technik werden lediglich 2 bis 3 kleine Schnitte benötigt, die Rippen werden nicht gespreizt und eine Wunddrainage nur für wenige Tage nach der Operation benötigt. Dadurch ist die Erholung nach der Operation sehr viel schneller und der Krankenhausaufenthalt insgesamt sehr viel kürzer.

 

Der über die kleinen Schnitte entfernte Lungenherd wird noch in der Operation vom Pathologen untersucht, denn wenn es sich tatsächlich um Lungenkrebs handelt muss die Operation zu einer richtigen Krebsoperation erweitert werden. Das heißt, es müssen der tumortragende Lungenlappen und die benachbarten Lymphknoten komplett entfernt werden. Nur dann kann die Operation Heilung bringen. Vor einigen Jahren haben einzelne Kliniken damit begonnen, auch den Lungenlappen über die VATS-Technik zu entfernen (VATS-Lobektomie). Die Thoraxklinik war damit zunächst zurückhaltend, da in diesen Kliniken meist beim zweiten wichtigen Teil der Operation, der Lymphknoten-Entfernung, Kompromisse gemacht wurden. Die komplette Lymphknotenentfernung ist wichtig, um eine mögliche Ausbreitung von Tumorzellen in den Lymphbahnen zu erkennen. Wenn diese Ausbreitung übersehen wird, wird die Chance vertan, durch eine zusätzliche Therapie nach der Operation die Heilungschancen zu verbessern.

 

Spezialisten aus der Thoraxklinik haben weltweit Kliniken besucht, dort bei Operationen hospitiert und vor Ort mit den Pionieren der VATS-Lobektomie alle Aspekte eingehend diskutiert. Wieder zurück in Heidelberg wurde - aufbauend auf eigenen Erfahrungen mit vielen hundert offenen Operationen und aufbauend auf den Erfahrungen der VATS-Lobektomie-Pioniere - eine eigene Technik der VATS-Lobektomie entwickelt, die keine Kompromisse bei der Lymphknotenentfernung macht. Damit werden die Vorteile der VATS-Technik und die Erfordernisse einer Krebsoperation ohne Abstriche in Einklang gebracht. Inzwischen wurde diese OP-Technik über 80 mal erfolgreich durchgeführt und darf als etabliert gelten. Die Spezialisten aus der Thoraxklinik werden mittlerweile selbst - zusammen mit den Pionieren der VATS-Lobektomie - zu OP-Kursen eingeladen und führen in der Thoraxklinik selbst OP-Kurse für Thoraxchirurgen aus Deutschland und Europa durch. Diese OP-Kurse sind sehr begehrt und weit im Voraus ausgebucht. 

 

Die Patienten profitieren einmal mehr von der großen Erfahrung aller Fachdisziplinen der Thoraxklink in der Behandlung von Lungenkrankheiten.