Pleuramesotheliom

Das Pleuramesotheliom (MPM) ist ein bösartiger Tumor des Rippen- und Lungenfells. Es gehört zu den selteneren Krebsarten. In Deutschland erkranken jährlich ca. 1000 – 1500 Menschen an einem Pleuramesotheliom (im Vergleich dazu: ca. 45.000 an einem Lungenkrebs). Die Ursache eines Pleuramesothelioms liegt meist in einer (beruflich bedingten) Schadstoffbelastung durch Asbest-Staub. Diese Erkenntnis hat dazu geführt, dass die Asbestverarbeitung seit den 1980er Jahren weltweit sehr stark reglementiert und eingeschränkt wurde. Allerdings ist die Zeit von der Asbestbelastung bis zum Auftreten des Tumors sehr lang, oft 30 Jahre und mehr. Daher muss man davon ausgehen, dass zumindest bis 2020 noch viele Menschen an einem Pleuramesotheliom erkranken werden.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Krebsarten wächst das Pleuramesotheliom nicht „an einem Punkt“, sondern es breitet sich flächig im gesamten Rippenfell einer Brustkorb-Hälfte aus und greift dann auf das Lungenfell über. Häufig führt dieser Tumorbefall zu Beginn zu einer vermehrten Flüssigkeitsansammlung (Erguss) in der Brusthöhle und im weiteren Verlauf zu einer Vernarbung und Schrumpfung der Lunge und der Brusthöhle auf der betroffenen Seite.

Die Sicherung der Diagnose erfolgt in der Regel über eine Spiegelung der Brusthöhle mit Probenentnahme aus dem Rippenfell. In der histopathologischen Beurteilung ist die Abgrenzung zu anderen Erkrankungen des Rippenfells oft schwierig. Daher sollte diese an einem Zentrum mit entsprechender Erfahrung erfolgen.

Die Behandlung ist immer eine auf den Patienten individuell zugeschnittene Kombination (multimodale Therapie) aus mehreren Behandlungsbausteinen, Chemotherapie, Operation und Strahlentherapie. Diese wird begleitet durch palliative Therapieansätze, eine optimierte Schmerztherapie und eine individuelle psychoonkologische Betreuung. Entscheidend für den Behandlungserfolg ist die enge Abstimmung und interdisziplinäre Zusammenarbeit von Pneumologen, Onkologen, Thoraxchirurgen und Strahlentherapeuten.

Die Thoraxklinik-Heidelberg gehört zu den Lungenzentren in Deutschland mit der größten Erfahrung in der Behandlung von Patienten mit Pleuramesotheliom.



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