Empyem

 

Als Pleuraempyem bezeichnet man eine Ansammlung von infizierter Flüssigkeit im Pleuraspalt (Raum zwischen Lunge und Brustwand).  Die Entwicklung eines Pleuraempyems wird häufig durch eine Lungenentzündung (Pneumonie) verursacht und tritt dann entweder begleitend (parapneumonisches Empyem) oder nach abgelaufener Lungenentzündung (postpneumonisches Empyem) auf. Bei ca. 40-50 % der Patienten mit Pneumonie entsteht ein Erguss,  der  sich in 5 %  dieser Fälle durch Übertritt der Bakterien infiziert und zum Pleuraempyem entwickelt.  Am häufigsten betroffen sind Patienten mittleren und höheren Lebensalters, bzw. Patienten mit mehrfachen Begleiterkrankungen und Immunschwäche.


Man unterscheidet 3 Stadien des Empyems:

Stadium I:
exsudative Phase mit Bildung von klarem, meist sterilem Erguss und Pleuraverdickung

Stadium II:
fibrino-purulente Phase  mit dicken Fibrinbelägen, trübem oder eitrigem Sekret

Stadium III:
Organisationsphase mit Ausbildung einer dicken Pleuraschwarte


Da es sich bei fortgeschrittenem Pleuraempyem um eine schwere Infektion handelt, bestehen meist hohes Fieber, Abgeschlagenheit, Husten mit Auswurf, Atemnot, thorakale Schmerzen. Im Rahmen einer antibiotischen Behandlung sind diese Symptome häufig  nur geringgradig ausgeprägt, so dass ein Pleuraempyem zunächst nahezu unbemerkt bestehen kann.

Das Pleuraempyem wird anhand klinischer Symptome, laborchemischer Parameter (Leukozytose, CRP-Erhöhung), radiomorphologischer Befunde und mittels Ergusspunktion gesichert. In den meisten Fällen kann die Diagnose durch Computertomographie untermauert werden.

Das Pleuraempyem erfordert die Behandlung unter Notfallkriterien. Allein die Verdachtsdiagnose muss die unmittelbare chirurgische Sanierung folgen lassen.
Im Stadium I und II ist ein minimal-invasiver Eingriff (videoassistierte Thorakoskopie) indiziert. Das Ziel ist die Entfernung des eitrigen Materials sowie die Wiederherstellung der Lungenausdehnung. Die Empyemhöhle wird komplett gereinigt, die Pleurablätter werden mechanisch von Belägen befreit. Zumeist sind diese Maßnahmen ausreichend, um eine komplette Wiederausdehnung der Lunge zu erzielen.

Im Stadium III ist dagegen die Videothorakoskopie als Operationszugang nicht geeignet. In diesem Fall muss über eine Thorakotomie die Dekortikation (Entfernung der Schwarte) erfolgen. Die Dekortikation hat die Wiederausdehnung der gefesselten Lunge und somit die Wiederherstellung der Funktion von Lunge, Zwerchfell und Brustwand zum Ziel.

Das Pleuraempyem ist eine potentiell lebensbedrohliche Infektion. Patienten mit frühzeitig erkanntem Empyem und adäquater Behandlung haben jedoch eine hohe Chance einer vollständigen Ausheilung.



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