Spezialambulanz für Asthma und chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD)

Lungenerkrankungen mit einer Einengung der Bronchien sind heutzutage eine häufige Erkrankung. Sie führen über die Einschränkung der Ausatmung bei den Patienten zu Atemnot bei Belastung, in schweren Fällen auch bereits in Ruhe. Man unterscheidet grundsätzlich zwei Erkrankungen: das Asthma und die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD).

 

Asthma

Das Asthma ist durch eine chronisch entzündliche Überempfindlichkeit der Atemwege charakterisiert. Diese führt zu einer variablen Einengung der Atemwege, die spontan oder nach medikamentöser Behandlung sich teilweise oder vollständig bessern kann. Man unterscheidet ein allergisches Asthma durch Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare von einem nicht-allergischen Asthma. Dieses wird häufig durch Infekte der Atemwege ausgelöst. Daneben kommen zahlreiche weitere Formen des Asthmas vor. Die Patienten leiden häufig unter einer anfallsartigen Atemnot, einem Husten oder einem pfeifendem Atemgeräusch. Oft besteht die Erkrankung seit dem Kindesalter. Die Therapie besteht u.a. in einer Inhalation von kortisonhaltigen und die Bronchien erweiternden Medikamenten (www.ginasthma.org). Das Ziel ist die bestmögliche Asthmakontrolle, möglichst mit Symptomfreiheit.

 

COPD

Die COPD ist eine Kombination aus einer chronischen Bronchitis, einer Atemwegsobstruktion und der Zerstörung des Lungengewebes in Form eines Lungenemphysems. Die Erkrankung ist durch eine dauerhafte Limitierung des Atemflusses definiert, wobei die Zerstörung der Lunge auch nach Aufgabe des Rauchens fortschreitet. Im Verlauf kommt es zu einer chronischen Lungenüberblähung, die bereits bei geringster Belastung zur Atemnot führt. Dies schränkt die Patienten in ihrem täglichen Leben stark ein und führt zu einer erheblichen Verminderung ihrer Lebensqualität. Auch hier besteht die heutige Therapie vor allen Dingen in einer medikamentösen Behandlung mit Bronchien erweiternden Medikamenten in Form von Dosieraerosolen. In den fortgeschrittenen Stadien wird häufig eine Sauerstofflangzeittherapie notwendig (www.goldcopd.org).

Interview mit Prof. Dr. Felix Herth zum COPD-Welttag

 

Ambulanz

In der Asthma und COPD-Ambulanz der Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg werden Patienten mit schweren und therapierefraktären Stadien von Asthma und COPD betreut. Der Schwerpunkt liegt dabei in der Prüfung erweiterter endoskopischer und/oder chirurgischer Behandlungsmöglichkeiten sowie in der Nachbetreuung bereits behandelter Patienten. In Zusammenarbeit mit der Sektion Interdisziplinärer Endoskopie der Thoraxklinik, einem der weltweit führenden Zentren in der bronchoskopischen Behandlung von Atemwegserkrankungen, werden bronchoskopische Eingriffe zur endoskopischen Lungenvolumenreduktion (ELVR) bei COPD seit 2004 durchgeführt. Derzeit werden jährlich ca. 200 Patienten minimalinvasiv therapiert. Die bekannteste Technik stellt dabei die Implantation von kleinen Einwegventilen in die Atemwege dar. Man unterscheidet dabei die intrabronchialen (IBV) und endobronchialen Ventile (EBV). Daneben werden aber auch die Techniken der Verdampfung (Thermoablation), der Verklebung (polymerische LVR) und der Spiralimplantation (Coils) in die erkrankte Lunge durchgeführt. Alle Verfahren habe eine Reduktion der Lungenüberblähung und damit Verbesserung der Lebensqualität im Alltag zum Ziel, weder das Lungenemphysem noch die COPD werden kausal therapiert. Eine Aufgabe des Rauchens mit einer Nikotinkarenz von mindestens 4 Monaten ist dabei zwingend erforderlich. Für die Behandlung des schwergradigen Asthmas steht eine endoskopische Reduktion der Atemwegsmuskulatur mittels Radiofrequenzablation (Thermoplastie) zur Verfügung. Alle Verfahren werden, sofern sie nicht im Rahmen von klinischen Studien durchgeführt werden, von den Krankenkassen übernommen.

 

Ambulanter oder stationärer Aufenthalt

Zunächst sind aber umfangreiche Untersuchungen notwendig, um zu prüfen, inwieweit ein Patient für eine endoskopische Therapie in Frage kommt. Die Untersuchungen können ambulant oder im Rahmen eines stationären Aufenthaltes durchgeführt werden. Eine ambulante Erstvorstellung kann nur mit einer Überweisung durch den behandelnden Lungenfacharzt erfolgen.

Eine Terminvereinbarung ist unter der Telefonnummer 06221-396-1211 (14:00 -16:00 Uhr) möglich.

 

 

 



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