Spezialambulanz für Lungenfibrose und interstitielle Lungenerkrankungen - ILD Ambulanz

Interstitielle Lungenerkrankungen (oft als ILD abgekürzt) umfassen eine heterogene Gruppe verschiedenster Lungenerkrankungen, die das Zwischengewebe, das Interstitium und die Lungenbläschen, die Alveolen betreffen. Leider sind interstitielle Lungenerkrankungen als seltene Lungenerkrankungen in der Bevölkerung kaum bekannt, was oft zu Verunsicherung führt.

Die Ursachen sind mannigfaltig und werden in bekannte und unbekannte Ursachen unterschieden. Durch eine zunehmende Vernarbung der Lunge entsteht in manchen Fällen dann eine Lungenfibrose. Bekannte Ursachen sind zum Beispiel Auswirkungen von Medikamenten auf die Lunge (z.B. Amiodaron oder MTX) oder die Mitbeteiligung der Lunge durch eine rheumatische Erkrankunge, die sog. Kollagenosen, wie z.B. Rheuma oder die systemische Sklerodermie (SCC). Daneben gibt es sog. granulomatöse ILDs, wie z.B. die Sarkoidose oder die exogen allergische Alveolitis. Letztere ist eine allergische Überreaktion der Lunge durch eingeatmete Stäube – eine oft bekannte Unterart ist z.B. die sog. Vogelhalterlunge. Eine weitere Gruppe der ILD umfasst seltene interstitielle Lungenerkrankungen wie eine Lymphangioleiomyomatose, eine pulmonale Alveolarproteinose oder eine eosinophile Pneumonie. Von diesen Erkrankungen trennt man eine weitere Gruppe ab – die der idiopathischen interstitiellen „Pneumonien“. Dies sind Lungenerkrankungen unklarer Ursache, bei denen es zu typischen radiologischen und histologischen Veränderungen kommt. Die häufigste ist die idiopathische pulmonale Fibrose (IPF), eine chronische Lungenerkrankung, in der in der letzten Zeit einige Fortschritte zu verzeichnen waren. Gemeinsam ist allen interstitiellen Lungenerkrankungen, dass sie zumeist typische klinische, bildgebende und pathologische Veränderungen haben.

Die Beschwerden sind am Anfang oft vollkommen unspezifisch. Husten und Luftnot bei Belastung sind die ersten Symptome. In der Regel vergehen so viele Monate, bis die Diagnose einer interstitiellen Lungenerkrankung gestellt wird.

Die meisten Betroffenen sind durch die große Anzahl der Fachbegriffe und die vielen verschiedenen Ursachen dieser Erkrankungen verunsichert. Da es sich um sehr komplexe Krankheitsbilder handelt, ist die Diagnostik und Behandlung schwierig und macht oft ein umfangreiches und interdisziplinäres Expertenwissen notwendig – hier müssen Lungenfachärzte mit Radiologen und Pathologen Hand in Hand arbeiten.

Die Diagnostik umfasst in der Regel verschiedene Lungenfunktions- und Bluttests, radiologische und bronchoskopische Untersuchungen mit diagnostischer Spülung oder Probeentnahme der kleinen Atemwege. In manchen Fällen ist auch eine Gewebeprobe mit offener Lungenbiopsie notwendig, um die Ursache zu klären. Die Therapie ist je nach Form der Lungenerkrankung unterschiedlich und muss in Absprache mit dem Patienten erfolgen. Die Behandlungsmöglichkeiten unterscheiden sich sehr nach der Art der Erkrankung und deren Prognose. Nur im ausführlichen Gespräch mit dem Patienten ist über die Notwendigkeit einer Therapie mit die Fibrose blockierenden, das Immunsystem unterdrückenden oder das Zellwachstum hemmenden Medikamenten zu entscheiden. Weitere wichtige Therapiebausteine sind die Behandlung bestimmter Begleiterkrankungen (sog. Komorbiditäten), regelmäßige Impfungen z.B. gegen Grippe (Influenza), bei Bedarf eine Langzeitsauerstofftherapie oder die Teilnahme an Lungensport. Auch ist gelegentlich eine rechtzeitige Beratung hinsichtlich einer Lungentransplantation erforderlich. In vielen Fällen bietet sich auch die Teilnahme an Studien an, bei denen moderne, innovative Therapien oder neue Untersuchungstechniken zum Einsatz kommen.

In der ILD Ambulanz der Abteilung für Pneumologie und Beatmungsmedizin der Thoraxklinik werden Patienten mit allen Arten von interstitiellen Lungenerkrankungen und Lungenfibrosen in enger Zusammenarbeit mit Ihren primär betreuenden niedergelassenen Lungenfachärzten diagnostiziert und behandelt. Hierbei werden regelmäßige interdisziplinäre Besprechungen mit der radiologischen und pathologischen Fachabteilung gehalten, um individuell die Diagnostik und Therapie steuern zu können und bei Wunsch der Patienten auch eine Teilnahme an Studien zu ermöglichen. Gerne vermitteln wir auch Kontakt zu Selbsthilfegruppen.

 

Anmeldung für die ILD- Ambulanz unter:

Tel.:06221/396-1700 

Beratungssprechstunden:

nach Vereinbarung

 

Filmbeitrag des ZDF zur Lungenfibrose

Filmbeitrag: Priv.-Doz.  Dr. Michael Kreuter beschreibt IPF

Filmbeitrag: Patient nach Lungentransplantation

Filmbeitrag: Patient mit milder IPF

 

 

Ihr Ärzteteam:

 

 

 

 

Priv.-Doz. Dr. med. Michael Kreuter

Leiter der Ambulanz für interstitielle und seltene Lungenerkrankungen

Oberarzt der Abteilung Pneumologie und Beatmungsmedizin

michael.kreuter@med.uni-heidelberg.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dr. med. Heinrich Wenz

Oberarzt der Abteilung Pneumologie und Beatmungsmedizin

heinrich.wenz@med.uni-heidelberg.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dr. med. Jutta Kappes

Oberärztin der Abteilung Pneumologie und Beatmungsmedizin / Ltd. Oberärztin Interdisziplinäre Ambulanz

jutta.kappes@med.uni-heidelberg.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Prof. Dr. med. Felix Herth

Chefarzt der Abteilung Pneumologie und Beatmungsmedizin

felix.herth@med.uni-heidelberg.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dr. Ute Oltmanns

Pneumologin, Abteilung Pneumologie und Beatmungsmedizin

ute.oltmanns@med.uni-heidelberg.de

 

Svenja Ehlers-Tenenbaum

Fachärztin für Innere Medizin, Abteilung Pneumologie und Beatmungsmedizin

svenja.ehlers-tenenbaum@med.uni-heidelberg.de

 

Dr. Nicolas Kahn

Assistenzarzt, Abteilung Pneumologie und Beatmungsmedizin

nicolas.kahn@med.uni-heidelberg.de

 

Dr.  Karin Palmowski

Pneumologin, Abteiung Pneumologie und Beatmungsmedizin

karin.palmowski@med.uni-heidelberg.de

 

 

 



Social Bookmarks